Innenpolitik

 

 

Der Spartakusbund

 

Der Spartakusbund war eine linksrevolutionäre Vereinigung, die von 1914 bis 1918 gegen den 1. Weltkrieg und für die soziale Revolution agierten. Daraus ging Anfang 1919 die Kommunistische Partei Deutschlands hervor.

 

1918-33

[Plakat: KPD (Spartakusbund) "Was will Spartakus", 1919]

 

 

 

Die Gruppe, die sich nun Spartakusbund nannte schloss sich 1917 trotz politischer Differenzen der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei (USPD) an.

[Plakat: KPD, 1919] [Plakat: KPD, 1927] [Plakat: KPD, 1930] [Zeitung: Die Rote Fahne, 1919]

Nach Meinung der beschlossenen Anhänger der Sozialistischen Internationale hätte der Kriegsbeginn durch einen Generalstreik verhindert werden müssen. Untermauert wurde diese besonders durch eine Streitschrift von Rosa Luxemburg, die sie während ihrer Berliner Haft 1915 verfasste. Die unter dem Anonym "Junius" herausgebrachte Broschüre verwarf die These vom aufgezwungenen Verteidigungskrieg. Sie ging mit den am Krieg verdienenden Kapitalisten hart ins Gericht.

Der Spartakusbund bildete den linken Flügel, den Oppositionsflügel der Sozialistischen Internationale.

 

Am Neujahrstag 1916 beschlossen sie eine illegale Zeitschrift herauszugeben, die nach dem Führer des römischen Sklavenaufstands „Spartakus“ benannt wurde, die durch einen internationalen Klassenkampf den Frieden erzwingen wollten. Ende April 1916 unterstrichen die radikalen Sozialisten ihre Ablehnung "jeglicher Unterstützung der Kriegspolitik durch die Vertreter der sozialistischen Parteien".

 

Als Liebknecht im unmittelbaren Anschluss an das Treffen in der Schweiz, am 1. Mai, auf dem Potsdamer Platz in Berlin eine Anti-Kriegskundgebung abhielt, wurde er verhaftet und im Juli vom Kriegsgericht zu mehreren Jahren Zuchthaus verurteilt. Da gleichzeitig eine "Sicherheitsverwahrung" über Rosa Luxemburg verhängt wurde, gab Leo Jogiches die Spartakusbriefe heraus, in denen die aus dem Gefängnis geschmuggelten Beiträge Luxemburgs am meisten Aufmerksamkeit gewannen. Die illegalen Spartakusbriefe erhielten Anfang 1917 durch die Russische Februarrevolution zusätzlichen Auftrieb.

Der Spartakusbund, der vorrangig aus Gebildeten und Intellektuellen bestand, hatte auf die große Streikbewegung vom Januar 1918 kaum Einfluss.

Am 9. November 1918 erschien erstmals die "Rote Fahne" als offizielles Organ des Spartakusbundes.

Doch während der Revolution 1918/19 spielten die Spartakisten keine wesentliche Rolle, selbst in den Arbeiter- und Soldatenräten konnten sie kaum Fuß fassen. Unter Noskes Führung wurde der Aufstand bis zum 13. Januar 1919 durch Regierungstruppen und Freikorps, die mit äußersten Brutalität vorgingen, niedergeschlagen. Ihre Hoffnung vom 9. November 1918, vereitelte der Sozialdemokrat Philipp Scheidemann mit seiner spontanen Bekanntmachung der Republik. Tags darauf bildeten je drei Vertreter der SPD und der USPD den Rat der Volksbeauftragten und versuchten die revolutionäre Entwicklung in ruhigere Bahnen zu lenken.

Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht wurden nach ihrer Festnahme ermordet, obwohl sie vom Aufstand abgeraten hatten. Viele ihrer Mitglieder wurden aus Verbitterung über den Kurs der Regierung zu radikalen Gegnern der repräsentativen Demokratie. Im März 1919 kam es in Berlin erneut zu schweren Kämpfen zwischen Räteanhängern und Freikorps; ihren Höhepunkt erreichte die Auseinandersetzung mit der Errichtung einer Räterepublik in München, die am 1. Mai blutig niedergeschlagen wurde.

Auch innerhalb der USPD vertraten die Spartakisten nur eine radikale Minderheitsposition. Auf der Generalversammlung der Berliner USPD erlitten sie am 15. Dezember eine schwere Niederlage, und auch auf dem anschließenden Reichsrätekongress (16. bis 20. Dezember) konnten sie sich mit ihren politischen Forderungen gegen die Position von USPD und Revolutionären Obleuten nicht durchsetzen. Daraufhin beschloss die letzte Reichskonferenz des Spartakusbundes am 29. Dezember die Gründung einer kommunistischen Partei. Auf dem Gründungsparteitag vom 31. Dezember 1918 bis zum 1. Januar 1919 schlossen sich die Spartakisten mit anderen linksradikalen Gruppierungen zur KPD zusammen.

 

Karl Liebknecht

Was will der Spartakusbund?

-         genauen Einblick in den Gang der Revolution

-         Waffenstillstand

-         nicht ein Friede des Augenblicks und der Gewalt, sondern ein Friede der Dauer und des Rechts

-         kein Kapitalismus, solange er besteht sind Kriege unvermeidlich.

-         der Spartakusbund fordert die internationale Gemeinsamkeit der Menschen. (Nur der Wille des Proletariats ist auf einen dauernden und menschenwürdigen Frieden gerichtet; nie und nimmer kann der Imperialismus der Entente dem deutschen Proletariat diesen Frieden geben; ihn wird es von seinen Arbeitsbrüdern in Frankreich, Amerika und Italien erhalten. )

-         die kapitalistische Gesellschaftsordnung zu beseitigen, das ist die einzige Rettung des Proletariats aus dem dunklen Verhängnis seines Schicksals.

-         der verwirklichte Sozialismus ist die grundlegende Voraussetzung für eine wahre Demokratie

 

Welche Ursachen sind es gewesen, die zum Weltkriege getrieben haben?

-         Kapitalismus; er bedeutet die Ausbeutung des Proletariats; sie bedeutet eine ständige und ungehemmte Ausdehnung des Kapitalismus auf dem Weltmarkt. (Hier treffen in scharfem Kontrast die kapitalistischen Mächte der verschiedenen nationalen Gruppen zusammen. Und dieser wirtschaftliche Zusammenstoß führt mit Notwendigkeit zuletzt zu einem Zusammenstoß der politischen und militärischen Waffen – zum Kriege. )

-         Die Konkurrenz, das Wesen der kapitalistischen Produktion, bedeutet für uns Sozialisten Brudermord Das Proletariat hält den Hammer in der Hand, um daraus eine neue Welt zu formen.

 

Wichtige Mitglieder des Spartakusbundes

*   Rosa Luxemburg,

*   Karl Liebknecht,

*   Willi Budich

*   Käte Duncker

*   Hermann Duncker

*   Hugo Eberlein

*   Leo Jogiches

*   Paul Lange

*   Paul Levi

*   Julian Balthasar Marchlewski

*   Franz Mehring

*   Ernst Meyer

*   Wilhelm Pieck

*   August Thalheimer

 

 

 

Der Hitler-Putsch

 

 

 

Mit dem Hitlerputsch vom 8. November 1923 versuchten Adolf Hitler und andere Nationalsozialisten, die Regierungsmacht in München an sich zu reißen.

 

 

Die Gründe:

 

Es hat einen großen Geldmangel in der Nationalsozialistischen Bewegung gegeben. Außerdem nutzte Hitler aus, dass das Volk unzufrieden mit der Reichsregierung war, weil sie für die Unterzeichnung des Versailler Friedensvertrags verantwortlich war. Hitler hoffte auch auf Unterstützung von der bayerischen Regierung unter G. Ritter von Kahr, die sich im Streit mit der Reichsregierung befand.

 

Der Verlauf:

 

Der nationalistische Generalstaatskommissar von Bayern, Gustav Ritter von Kahr, plante schon länger Staatsstreich und einen „Marsch auf Berlin“, woran die nationalsozialistische Bewegung um Hitler beteiligt werden sollte.

Kahr schloss ihn aber dann von seinen Umsturzplänen aus. Daraufhin stürmte Hitler am Abend des 8. November 1923 mit einem Stoßtrupp in den überfüllten Münchner Bürgerbräukeller, in dem Kahr eine Versammlung über die Richtlinien seiner Amtsführung und seiner Stellung zum Marxismus hielt. Hitler feuerte einen Pistolenschuss in die Decke und proklamierte auf dem Podium die „Nationale Revolution“ und eine „provisorische Nationalregierung“ unter seiner Führung mit dem General Erich Ludendorff als Kriegsministern. Des weiteren erklärte er die bayerische Regierung, die Reichsregierung und den Reichspräsidenten für abgesetzt.

Danach drängte Hitler die Versammlungsleitung, bestehend aus von Kahr, Oberst Hans von Seißer und dem Generalleutnant Otto von Lossow in ein Nebenzimmer, in dem er unter Androhung von Waffengewalt die Zustimmung der drei Geiseln zu dem Putsch erzwang. In der gleichen Nacht organisierte die Versammlungsleitung den Widerstand gegen die Putschisten.

Am Morgen des 9. November 1923 marschierte ein zum Teil bewaffneter faschistisch-nationalistisch-völkischer Bürger unter Hitlers und Ludendorffs Führung zur Feldherrenhalle in München, wo der Vormarsch durch die Polizei gestoppt wurde. Dabei wurden 4 Polizisten und 15 Demonstranten getötet. Ludendorff wurde am gleichen Tag verhaftet. Hitler wurde ein paar Tage später verhaftet und in einem späteren Prozess zu einer Freiheitsstrafe von nur fünf Jahren verurteilt. Aufgrund dessen wurde im ganzen Reich die NSDAP verboten.

Im Gefängnis fing Hitler an sein Buch „Mein Kampf“ zu schreiben, doch bevor er es beenden konnte, wurde er nach einen halben Jahr entlassen.

 

Die Folgen:

 

Am 10. November hat sich die Regierung zusammengesetzt, um weitere Maßnahmen zur Wiederherstellung der inneren Ruhe, Ordnung und zur Wahrung der Reichseinheit zu besprechen.

Durch die Vorgänge in München, wurde die parlamentarische Lage in Berlin sehr stark beeinflusst.

Jährlich wird eine Totenfeier für die Erschossenen und den am Putsch beteiligten Personen von den Nationalsozialisten gehalten. Sogar heute noch wird der 9. November von vielen Neo-Nazis zu Gedenkmärschen genutzt.

 

 

Januaraufstand 1919

Am 4. Januar 1919 verordnete die preußische Regierung die Absetzung des Berliner Polizeipräsidenten Emil Eichhorn (1863-1925) von der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (USPD). Ihm wurde vorgeworfen, während der Weihnachtskämpfe 1918 revolutionäre Matrosen unterstützt zu haben.

Anhänger der USPD und der aus dem Spartakusbund hervorgegangenen Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) sowie Revolutionäre Obleute entfachten daraufhin am 5. Januar 1919 in Berlin einen bewaffneten Aufstand. Der einen Tag später eingesetzte Revolutionsausschuss unter Leitung des USPD-Politikers Georg Ledebour und des Spartakisten Karl Liebknecht erklärte den Rat der Volksbeauftragten für abgesetzt und verkündete die Übernahme der Regierungsgeschäfte. Ziel der Aktion waren die Verhinderung der Wahl zur Nationalversammlung und die Errichtung einer Räterepublik.

Nach gescheiterten Verhandlungen der Regierung mit den Aufständischen begannen am 8. Januar unter dem Oberbefehl des Volksbeauftragten Gustav Noske Regierungstruppen mit der Niederschlagung des Aufstands. Vor allem um das von den Spartakisten besetzte "Zeitungsviertel" wurde erbittert und mit äußerster Brutalität gekämpft. Allein die Erstürmung des "Vorwärts“ - Verlagsgebäudes am 11. Januar kostete Dutzende von Menschen das Leben. Nach der Einnahme des Berliner Polizeipräsidiums, einen Tag später, brach der wenig vorbereitete Januaraufstand zusammen, der insgesamt 165 Opfer forderte. Im Zuge antirevolutionärer "Säuberungsaktionen" durch Regierungstruppen und Freikorps erfolgte wenige Tage später die Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, die nicht nur bei den radikalen Linken Abscheu und Empörung hervorrief.

 

 

[Postkarte: Spartakisten im Zeitungsviertel, 1919]                                   [Postkarte: Zerstörtes Vorwärtsgebäude, 1919]                                       [Postkarte: Käpfende Spartakisten im Zeitungsviertel, 1919]